"Suck It and See" ist das vierte Album der Arctic Monkeys, einer der derzeit unbestritten populärsten Indie-Rockbands der Welt. Schon der vorab veröffentlichte Song "Brick by Brick" gab der Hoffnung Nahrung, man würde wieder gradliniger, entspannter zur Sache gehen, als zuletzt. Und in der Tat: der Wunsch vieler Fans des Sheffield-Vierers erfüllt sich. Nur eines der zwölf Stücke, der psychedelisch angehauchte Rausschmeißer "That's Where You’re Wrong", überschreitet knapp die Vier-Minuten-Grenze. Ansonsten liegt die Würze in der Kürze. Die Kompositionen von Sänger Alex Turner (25) sind auf das Nötigste reduziert, enthalten keine Note zu viel. Dadurch klingen Arctic Monkeys so relaxt und – im positivsten Sinne – poppig wie wohl nie zuvor. Gute Beispiele dafür sind das brillante, sixties-mäßige Titelstück, das sommerlich groovende "The Hellcat Spangled Shalalala" oder der unwiderstehlich charmante "Piledriver Waltz".
Der Grund für die neue Frische des Quartetts dürfte wohl darin zu finden sein, dass die Engländer zu Jahresbeginn nicht in ihren notorisch nass-kalten Heimat-Gefilden aufgenommen haben. Stattdessen zog es die Gruppe ins auch im Januar/Februar sonnige Süd-Kalifornien. Die vielleicht beste Idee der Arctic Monkeys, seit sie sich 2002 – damals noch als Teenager – entschlossen eine Band zu gründen.
Der sympathische Sänger und kreative Kopf der soften Britrocker Travis gibt sein Debüt als Solokünstler. Dabei hat Fran Healy sämtliche Instrumente selbst eingespielt oder programmiert. Nur für die Bass-Parts musste sich der 37-Jährige etwas Unterstützung holen. Und das u. A. gleich von allerhöchster Stelle: Ex-BeatlePaul McCartney, das große Idol des Schotten, zupft beim relaxten "As It Comes" auf unverwechselbare Art die vier Saiten.
Wie die erste Single-Auskopplung "Buttercups", weicht auch der Rest des Albums nicht allzu weit vom Stil ab, den Healy mit seiner Band pflegt und etabliert hat. Der schon immer melancholisch angehauchte Sound des Wahl-Berliners klingt hier nur noch ein paar Stufen ruhiger, nachdenklicher. Das Ergebnis ist eine schnell ins Ohr gehende Sammlung von Songs, der allerdings streckenweise das bei Travis von Gitarrist Andy Dunlop beigesteuerte, etwas Rotz und Dynamik hinein bringende, Rock-Element eindeutig abgeht. Wodurch die CD leider gelegentlich allzu eintönig daher kommt.