Nach der gigantisch erfolgreichen Reunion (Platz vier der
hiesigen Album-Charts mit "Blood of the Nations" und eine allerorten ausverkaufte, fette 180 Shows umfassende Welt-Tournee!)
legen die 80er-Metal-Götter aus Solingen mit ihrem zweiten Longplayer der neuen
Accept-Zeitrechnung nach. Wieder am Mikro: SängerMark Tornillo, dem es
erneut gelingt seinen legendären Vorgänger Udo Dirkschneider um ein Haar vergessen
zu machen.
Der US-Frontmann singt extrem routiniert rasante Power-Metal-Granaten von Weltklasse-Format, wie den
mächtigen Titeltrack oder "Flash to Bang Time", ebenso wie stampfende Hymnen à la "Hellfire" und auch die etwas ruhigeren Klänge – das episch-nachdenkliche "Shadow Soldier"
etwa, ist einfach wunderschön. Alles nichts wirklich Neues von Deutschlands
zuverlässigsten Stahllieferanten. Aber wer würde das von dieser Band schon
wollen? Eben. Deshalb bitte dringend noch möglichst sehr lange exakt so weitermachen.
Garantiert vom enorm erfolgreichen Accept-Comeback
beflügelt, legt deren Gitarrist Herman Frank hier seinen zweiten Alleingang vor. Von der Begleit-Besetzung
des gefeierten 2009er-Solodebüts "Loyal to None" ist nur noch Bassist Peter Pichl
(ex-Running Wild) übrig. Was der Qualität dieser Scheibe allerdings nicht
schadet. Hat Frank für sein komplett selbst geschriebenes, produziertes und
gemixtes Werk doch erneut eine Reihe von echten Könnern verpflichtet.
Der größte
Trumpf unter diesen ist sicher der Mann am Mikro: der Schwede Rick Altzi von At Vance
überzeugt beim in Accept-Richtung rockenden Titelbrecher genauso wie bei
fetten Midtempo-Hymnen vom Schlage "Raise Your Hand" oder der Speedgranate "Lights Are Out". Eine echte Ballade ist zwar nicht dabei, doch das ist kein allzu großer Verlust. "Right in the Guts" ist auch so spannend und abwechslungsreich genug. Nicht
zuletzt weil Frank seine Kompositionen mit exzellenten, größtenteils sehr kreativen Soli würzt.
Bestes Beispiel dafür ist seine Einlage bei "Ivory Gate", die dem flotten Song
zwischenzeitlich eine völlig unerwartete, aber dennoch perfekt passende, neue
Färbung gibt. Der Hannoveraner begeistert mit einer kraftvoll und stramm nach vorn marschierenden, harten und doch melodischen Metal-CD. Die dürfte jedem
gefallen, der Franks frühere Bands Victory als auch die sträflich unterbewerteten Moon'Doc mochte und auf Sounds à la Axel Rudi Pell, Running Wild sowie
natürlich Accept abfährt.