Auf dieser DVD bekommen wir auf
eindrucksvolle Weise zu sehen (und vor allem zu hören), weshalb der 34-jährige US-Sänger
und -Gitarrist Joe Bonamassa die unumstrittene Nummer eins unter den aktuellen Bluesrockern
ist.
Aufgezeichnet im legendären Beacon Theatre
seiner Heimatstadt, präsentiert der New Yorker einen, was die Setlist angeht, hervorragend
ausgewählten, dazu herrlich fett und doch glasklar klingenden sowie gestochen scharf ins Bild
gesetzten, gut geschnittenen Überblick seines Repertoires.
Für zusätzliche Abwechslung sorgen
Gastauftritte von Roots-Rocker John Hiatt, Ex-Free-, -Bad-Company- und -Queen-Frontmann
Paul Rodgers sowie Beth Hart, mit der der Ausnahmekönner ja erst im vergangenen Jahr die
tolle Duett-CD „Don’t Explain“ eingespielt und veröffentlicht hatte
Die zweite Disc enthält diverse Bonustracks
mit u. a. David Crosby oder Bonamassa als U-Bahn-Musiker.
Mit seiner geschmackvoll aufgemachten Cover-Verpackung ist dieser DVD-Doppeldecker (auch als Blu-ray zu haben) ein Muss für jeden, der sich als Fan von Joe
Bonamassa oder auch nur satt rockendem Blues im Generellen versteht.
Joe Bonamassa, der momentan erfolgreichste (und ganz
offenbar fleißigste!) Bluesgitarrist der Welt geht hier – nach dem sehr guten
Zweitwerk seiner Band Black Country Communion und dem nicht weniger exzellenten
Top-10-Soloalbum „Dust Bowl“ – bereits mit der dritten CD des Jahres 2011 an
den Start.
Zusammen mit seiner stimmlich immer ein wenig
an Janis Joplin erinnernden US-Landsfrau Beth Hart liefert der New Yorker eine
dynamische Sammlung durchgehend gelungener, kraft- und gefühlvoll interpretierter, dabei
clever modernisierter Coverversionen ab.
Angenommen hat sich das Duo der Originale von
Soul-, Blues- und Jazz-Stars wie Billie Holiday („Don’t Explain“), Ray
Charles („Sinner’s Prayer“), Aretha Franklin („Ain’t No Way“), Etta James („I’d
Rather Go Blind“, „Something’s Got a Hold on Me“) aber auch – in deren
Kontext vielleicht etwas überraschend, aber dafür perfekt passend – Tom Waits („Chocolate
Jesus“) und der Newcomerin Melody Gardot („Your Heart Is as Black as
Night“).
Absoluter Höhepunkt des Albums ist allerdings das locker-relaxte Duett der beiden Ausnahmekönner
zum Delany-&-Bonnie-Klassiker „Well, Well“. Ein Hochgenuss.
Die 70er-/80er-Superstars um Bandgründer, Hauptsongschreiber und Gitarrist Mick Jones sind seit ein paar
Jahren wieder prima im Geschäft. Das zwar hauptsächlich auf der Konzertbühne
bzw. mittels Live- oder "Best of"-Veröffentlichungen. Doch auch ihr Studio-Comeback „Can’t Slow
Down“ (2009) stieg immerhin auf Rang 16 in die deutschen Charts ein. Dennoch werden
hier lieber ein weiteres Mal alte Hits wie „Cold As Ice“, „Juke Box Hero“,
„Double Vision“ oder „Waiting for a Girl Like You“ aufgewärmt. Die
gebotenen Unplugged-Versionen sind natürlich exzellent gespielt und auch vom mittlerweile
nicht mehr ganz so neuen Lou-Gramm-Ersatz Kelly Hansen (ex-Hurricane) gut gesungen. Wirklich
überraschend sind die Arrangements und Performances allerdings nicht – alles klingt exakt so,
wie man sich das im Vorhinein vorgestellt hat. Für viele der eher konservativen Fans der Band und des Classic-Rock-Genres sicher ein sofortiges Kaufargument…