Esoteric? Der
Name des Labels, das sich die beiden Progressivrock-Legenden Chris Squire (Yes)
und Steve Hackett (Genesis, GTR) für das Debüt ihres Projekts Squackett ausgeguckt haben, lässt
Befürch- tungen aufkommen.
Doch anstelle öden New-Age-Geplänkels geht es schon mit
dem Titelsong sehr deftig, fast hardrockig zur Sache. Wobei die Ähnlichkeit zu Yes während ihrer 80er-Phase mit Multi-Platin-Alben wie "90215", "Big Generator" frappierend ist.
Dieser Eindruck wird bei den restlichen Stücken etwas
korrigiert, als es mehrmals sowohl in Richtung der mehr verspielten 70er-Genesis, als
auch in der Tradition von Hacketts kurzlebiger Mainstream-Rock- und AOR-Band GTR weitergeht
"A Life Within a Day" ist kein Progrock-Wunderwerk – dazu wirkt es dann doch etwas
zu zusammengestöpselt – ist aber dennoch ein sowohl klanglich, als auch
kompositorisch und vor allem spieltechnisch mehr als hörenswertes Werk für
Fans der beiden (Alt-)Stars.
So langsam darf einem der Typ unheimlich werden. Kommt, gerade zweieinhalb Monate nach seiner letzten Platte „Dust Bowl“, doch schon wieder Neues vom aktuellen Bluesrock-Star Joe Bonamassa. Hier zum zweiten Mal im Supergroup-Verbund mit Sänger/Bassist Glenn Hughes (Deep Purple, Trapeze etc.), Drummer Jason Bonham (u. a. Foreigner und – als Ersatzmann für seinen seligen Vater John – bei diversen Led-Zeppelin-Reunions) sowie Keyboardwunder Derek Sherinian (Dream Theater, Yngwie Malmsteen, Alice Cooper etc.). Erneut geht es noch etwas rockiger, härter zu, als auf den zuletzt ebenfalls schon recht deftigen Soloalben des Gitarristen. Diese Richtung legen gleich die schnellen, rauen "The Ousider" und "Man in the Middle" fest. Auch im weiteren Verlauf drückt der Vierer dann das Gaspedal gern mal bis zum Anschlag durch, sorgt aber auch geschickt für Abwechslung. Etwa beim keltisch angehauchten "The Battle for Hadrian's Wall", dem grandiosen Slow-Blues "Little Secret", der Halbballade "An Ordinary Son" oder dem zunächst entspannt beginnenden, dann allerdings majestätisch anschwellenden "Faithless".
"2" ist ein exzellentes Rockalbum im coolen 70er-Sound, das eindrucksvoll illustriert, wie derzeit offenbar alles zu Gold wird, was Mr. Bonamassa anfasst.