Esoteric? Der
Name des Labels, das sich die beiden Progressivrock-Legenden Chris Squire (Yes)
und Steve Hackett (Genesis, GTR) für das Debüt ihres Projekts Squackett ausgeguckt haben, lässt
Befürch- tungen aufkommen.
Doch anstelle öden New-Age-Geplänkels geht es schon mit
dem Titelsong sehr deftig, fast hardrockig zur Sache. Wobei die Ähnlichkeit zu Yes während ihrer 80er-Phase mit Multi-Platin-Alben wie "90215", "Big Generator" frappierend ist.
Dieser Eindruck wird bei den restlichen Stücken etwas
korrigiert, als es mehrmals sowohl in Richtung der mehr verspielten 70er-Genesis, als
auch in der Tradition von Hacketts kurzlebiger Mainstream-Rock- und AOR-Band GTR weitergeht
"A Life Within a Day" ist kein Progrock-Wunderwerk – dazu wirkt es dann doch etwas
zu zusammengestöpselt – ist aber dennoch ein sowohl klanglich, als auch
kompositorisch und vor allem spieltechnisch mehr als hörenswertes Werk für
Fans der beiden (Alt-)Stars.
Ende der 70er bis Mitte der 80er waren Saga
echte Stars – speziell in Deutschland. Auch wenn heutzutage die Konzerthallen
etwas kleiner und die Plattenverkäufe ebenfalls deutlich weniger massiv sein mögen – die Kanadier
zählen noch immer zu den Großen im Bereich des progressiv-angehauchten,
melodischen Rocks. Einen mächtigen Schub in die richtige Richtung werden sie
sicher noch einmal durch das jetzt auch auf CD vollzogene Comeback ihres 2007 ausgestiegenen, zwischenzeitlich durch Rob Moratti ersetzten, Original-Sängers Michael Sadler
erfahren.
Denn mit ihm am Mikro kehren die Veteranen, mittels der zehn brandneuen Stücke von Studiowerk Nummer 20, zurück zu den ebenso eingängigen wie
druckvoll-komplexen Klängen, die Saga einst so erfolgreich gemacht und ihnen Hit-Album um Hit-Album beschert haben. Beste Beispiele
dafür sind der Groover "Anywhere You Wanna Go" oder das von vielen Breaks durchzogene
„Show and Tell“, bei dem besonders der neue Drummer Mike Thorne zu glänzen weiß. "Lost for Words" hingegen ist eine wunderbar schwülstige
und doch intime Ballade. Der setzt die Band mit "Spin It Again" allerdings noch den wohl härtesten Track ihrer Historie entgegen. Sehr dynamisch, das Ganze. Hut ab, Gentlemen!
Das war kaum zu erwarten, als Janosch Rathmer,
Drummer der progressiv angehauchten Instrumental-Postrocker Long Distance
Calling bekannt gab, ein neues Projekt an den Start zu bringen. Und dennoch –
zusammen mit dem Sänger/Gitarristen Nick Van Delft, Stephan Gall (Gitarre) und Robert Kahr (Bass, Orgel) – hat er hier großartigen,
schon mal recht deftigen, psychedelisch dröhnenden 70er-Retrorock zwischen den
bluesigen Black Sabbath, den groovenden Thin Lizzy und ein paar Stoner-Momenten
abgeliefert.
Als Anspieltipp dürfte allein der Opener "Diamond Shoes" locker ausreichen. Wer den kennt, der hat ein gutes Bild davon, welch cooler Stoff ihn bei den restlichen Stücken erwartet. Das grandiose, herrlich old- schooligen Patina-Charme versprühende Cover-Artwork sowie eine gefühl- und doch immens kraftvolle Coverversion des
ZZ-Top-Klassikers "Blue Jean Blues" runden das Ganze clever ab. Ein richtig geiles Debüt!
Abgesehen,
davon, dass die melodie-verliebten Power-Metaller aus Dortmund den Begriff "Disco" offenbar sehr
weitläufig fassen, ist dieses Cover-Album nur als gelungen zu bezeichnen.
Neben
amüsanten Neu-Interpretationen von Plateausohlen- und Schlaghosen-Stampfern wie "Stayin‘ Alive" (Bee Gees), Kiss‘ "I Was Made for Lovin‘ You" und Boney Ms "Ma
Baker" wurden auch Nummern von den Progressiv-Helden Yes, den
Psychedelic-Legenden Jefferson
Airplane und den Elektronik-Urvätern Kraftwerk
im Axxis-Sound überarbeitet. Deren "Roboter" zählt ebenso zu den Highlights wie
die sympathisch eigenwilligen Umsetzungen von "Another Day in Paradise" (Phil
Collins) und Celine Dions "Titanic"-Megaschnulze "My Heart Will Go On".
"ReDISCOver(ed)" ist eine
CD, der der Spaß, den Bandleader Bernhard Weiß und seine Kollegen während der Aufnahmen ganz sicher hatten, bei jeder
Note anzuhören ist.
Die Band aus Manchester hat es mit ihrem progressiven Sound zwischen versponnen ruhigem Art- und dreckig dröhnenden Post-Rock bereits zu einer beachtlichen Menge von Fans auch bei uns gebracht. Eine Zahl, die dank ihres vierten Albums sicher noch steigen wird. Geben sich Oceansize hier doch – etwa bei Stücken wie dem mächtigen "Part Cardiac" oder dem ruhigen, melancholischen Pine" – deutlich gradliniger und zugänglicher als bisher. Was nicht bedeutet, dass keine ihrer sonst so typischen Frickel-Nummern dabei wären. Der psychedelisch-atmosphärische Neun-Minüter "Oscar Acceptance Speech" oder das mit teil fast schon ver- bzw. entrückt anmutenden Rhythmuswechseln ausgestattete "It’s My Tail" dürften da sicher die Top-Kandidaten sein.