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2012-06-15

HERMAN FRANK: Right in the Guts

Garantiert vom enorm erfolgreichen Accept-Comeback beflügelt, legt deren Gitarrist Herman Frank hier seinen zweiten Alleingang vor. 
Von der Begleit-Besetzung des gefeierten 2009er-Solodebüts "Loyal to None" ist nur noch Bassist Peter Pichl (ex-Running Wild) übrig. Was der Qualität dieser Scheibe allerdings nicht schadet. Hat Frank für sein komplett selbst geschriebenes, produziertes und gemixtes Werk doch erneut eine Reihe von echten Könnern verpflichtet.
Der größte Trumpf unter diesen ist sicher der Mann am Mikro: der Schwede Rick Altzi von At Vance überzeugt beim in Accept-Richtung rockenden Titelbrecher genauso wie bei fetten Midtempo-Hymnen vom Schlage "Raise Your Hand" oder der Speedgranate "Lights Are Out".
Eine echte Ballade ist zwar nicht dabei, doch das ist kein allzu großer Verlust. "Right in the Guts" ist auch so spannend und abwechslungsreich genug. Nicht zuletzt weil Frank seine Kompositionen mit exzellenten, größtenteils sehr kreativen Soli würzt. Bestes Beispiel dafür ist seine Einlage bei "Ivory Gate", die dem flotten Song zwischenzeitlich eine völlig unerwartete, aber dennoch perfekt passende, neue Färbung gibt.
Der Hannoveraner begeistert mit einer kraftvoll und stramm nach vorn marschierenden, harten und doch melodischen Metal-CD. Die dürfte jedem gefallen, der Franks frühere Bands Victory als auch die sträflich unterbewerteten Moon'Doc mochte und auf Sounds à la Axel Rudi Pell, Running Wild sowie natürlich Accept abfährt.

HERMAN FRANK
Right in the Guts
Metal Heaven
2012-06-22



HERMAN FRANK "Ivory Gate"

2011-06-24

RUNNING WILD: The Final Jolly Roger – W:O:A 2009

Leinen los für die wohl leider endgültige Abschiedsveröffentlichung der neben Helloween erfolgreichsten Hamburger Metal-Band aller Zeiten. Ein Vierteljahrhundert (von 1984 bis 2009) zählten Running Wild zum Besten, was Deutschland auf dem Sektor des klassischen Heavy-Sounds in Richtung Judas Priest etc. zu bieten hatte. Das bewiesen die selbsternannten Metal-Piraten noch ein letztes Mal anhand ihrer gigantischen Farewell-Show als Co-Headliner beim Wacken Open Air im Juli 2009
Diese ist nun, fast zwei Jahre später, endlich auf Doppel-Audio-CD, Video-DVD und mit allen drei Discs in einem knallbunten Digipak erhältlich. Zu sehen/hören sind dabei nahezu alle wichtigen Kracher aus dem Hause Rock’n’Rolf Kasparek & Co. – vom legendären "Prisoner of Our Time" über "Soulless" bis "Under Jolly Roger", von "Purgatory" bis "Black Hand Inn" und "Conquistadores". Allesamt mit sattem Druck gespielt, von einer, speziell zum Ende hin, sichtbar emotional auf die enthusiastische Zuschauermenge von über 70.000 Metalheads aus aller Welt reagierenden Gruppe.
Klar, der Klang könnte durchaus noch etwas fetter und die Bilder sogar deutlich einfallsreicher gefilmt bzw. geschnitten sein. Wenn man dann allerdings im Booklet liest, dass dem Sound lediglich ein schäbiger Zweikanal-Mitschnitt als Quelle zu Grunde liegt, weil irgendein Trottel während der Bearbeitung die Einzelspuren der individuellen Instrumente gelöscht hat, ist dieser dann doch wieder fast schon als sensationell zu bezeichnen
In Sachen Bonus-Material bietet die DVD-Variante ein ausführliches, jeden denkbaren Aspekt der Band-Historie berührendes, Exklusiv-Interview mit ihrem Chef und Gründer sowie ein paar ältere, dabei durchaus sehenswerte Tour- und Studio-Reports. Ein, trotz der genannten technischen Mängel, mehr als lohnendes Teil für jeden Anhänger der Hanseaten.

RUNNING WILD
The Final Jolly Roger
Golden Core
2011-07-01


RUNNING WILD "Soulless"