"Zeitgeist", das 2007er-Comeback-Album
der alternativen 90er-Stars The Smashing Pumpkins, war vielen ihrer alten Fans offenbar zu rock’n’rollig und
riff-lastig geraten war. Darauf reagiert Bandleader Billy Corgan nun mit einer Rückkehr zu
introvertierteren und psychedelischeren Klängen. Dass das nicht unbedingt
mit ruhiger, sanfter oder gar zahnloser Musik gleichzusetzen ist, beweist gleich der exzellente Opener –
das tosend-hektische "Quasar".
Heftig dröhnende Gitarren und knackige Drums sind auch
beim Gros der restlichen Songs Trumpf. Stücke wie "Panopticum", "Glissandra"
oder "Inkless" kommen sehr gefühlvoll und vertrackt melodiös, aber eben doch auch verdammt heavy daher.
In vielen Belangen ist diese CD die Essenz dessen, was die Band mit
Alben wie "Gish" (1991), "Siamese Dream" (1993) und "Mellon Collie and the Infinite Sadness" (1995) einst ebenso groß- wie einzigartig gemacht hat. "Oceania"
ist ganz klar die beste Platte der Pumpkins seit damals.
Der 2008er-Vorgänger "Appeal to Reason" war ein Riesenerfolg und machte die Melodic-Hardcore-Jungs endgültig zu weltweiten Stars - mindestens auf der Ebene von Bad Religion. Hierzulande sogar über den Veteranen. Warum also sollten Frontmann Tim McIlrath & Co. viel daran ändern, was ihnen – das merkt man dem Vierer auf der Bühne immer wieder an – selbst so viel Freude bereitet? Eben. So sind Nummern wie das flotte, immens eingängige "Architects", das knüppelharte „Survivor Guilt“, der dreckige Rocker "Midnight Hands" oder die Breitwand-Hymne "Help Is on the Way" ganz unverwechselbar Rise Against. Auch in Sachen Texten bleibt man bei Bewährtem. Bedeutet: man bietet gesellschafts-politisch motivierte, kritische Behandlungen solcher Themen wie den Nachwirkungen des Hurricane-Katrina-Desasters und des Irak-Krieges oder Homophobie und Rassismus in unserer ach so modernen, toleranten und aufgeklärten Gesellschaft etc. Alles beim Alten also. Und das ist gut so. Sehr gut sogar.