Videoclip, CD-Cover aber auch musikalischer Inhalt der Vorab-Single "Guardian" ließen vermuten, dass
sich Spät-90er-Superstar (immerhin 60 Mio. verkaufte CDs) Alanis Morissette in die Ära ihrer Mega-Hits wie "Ironic" oder "You Oughta Know"
zurück besonnen hat.
Dem ist auf dem ganzen Album aber nur bedingt so. Stücke wie "Empathy" und "Lens" schlagen durchaus ebenfalls in die Retrokerbe. Dann wird jedoch auch viel
mit Elektronik und modernen Sounds hantiert. Beim kitschigen "Til You" etwa,
geht das ganz gehörig daneben. Das deutlich dynamischere "Celebrity" hingegen,
funktioniert auf düster-hymnische Weise richtig gut.
Die mittlerweile
38-jährige Kanadierin experimentiert und probiert sich aus. Das ist einerseits lobenswert,
andererseits aber auch ein wenig anstrengend.
Das war kaum zu erwarten, als Janosch Rathmer,
Drummer der progressiv angehauchten Instrumental-Postrocker Long Distance
Calling bekannt gab, ein neues Projekt an den Start zu bringen. Und dennoch –
zusammen mit dem Sänger/Gitarristen Nick Van Delft, Stephan Gall (Gitarre) und Robert Kahr (Bass, Orgel) – hat er hier großartigen,
schon mal recht deftigen, psychedelisch dröhnenden 70er-Retrorock zwischen den
bluesigen Black Sabbath, den groovenden Thin Lizzy und ein paar Stoner-Momenten
abgeliefert.
Als Anspieltipp dürfte allein der Opener "Diamond Shoes" locker ausreichen. Wer den kennt, der hat ein gutes Bild davon, welch cooler Stoff ihn bei den restlichen Stücken erwartet. Das grandiose, herrlich old- schooligen Patina-Charme versprühende Cover-Artwork sowie eine gefühl- und doch immens kraftvolle Coverversion des
ZZ-Top-Klassikers "Blue Jean Blues" runden das Ganze clever ab. Ein richtig geiles Debüt!