Joe Bonamassa, der momentan erfolgreichste (und ganz
offenbar fleißigste!) Bluesgitarrist der Welt geht hier – nach dem sehr guten
Zweitwerk seiner Band Black Country Communion und dem nicht weniger exzellenten
Top-10-Soloalbum „Dust Bowl“ – bereits mit der dritten CD des Jahres 2011 an
den Start.
Zusammen mit seiner stimmlich immer ein wenig
an Janis Joplin erinnernden US-Landsfrau Beth Hart liefert der New Yorker eine
dynamische Sammlung durchgehend gelungener, kraft- und gefühlvoll interpretierter, dabei
clever modernisierter Coverversionen ab.
Angenommen hat sich das Duo der Originale von
Soul-, Blues- und Jazz-Stars wie Billie Holiday („Don’t Explain“), Ray
Charles („Sinner’s Prayer“), Aretha Franklin („Ain’t No Way“), Etta James („I’d
Rather Go Blind“, „Something’s Got a Hold on Me“) aber auch – in deren
Kontext vielleicht etwas überraschend, aber dafür perfekt passend – Tom Waits („Chocolate
Jesus“) und der Newcomerin Melody Gardot („Your Heart Is as Black as
Night“).
Absoluter Höhepunkt des Albums ist allerdings das locker-relaxte Duett der beiden Ausnahmekönner
zum Delany-&-Bonnie-Klassiker „Well, Well“. Ein Hochgenuss.
Wirklich fleißig, der Herr Bluesrocker. Nicht nur, dass Joe Bonamassa sich als derzeit populärster Vertreter seines Faches scheinbar durchgehend auf Tour befindet. Der Sänger und Gitarrist (34) veröffentlicht auch noch jedes Jahr ein neues Album. Und das – erstaunlicherweise – offenbar ohne auch nur die geringsten Zugeständnisse in Sachen Qualität machen zu müssen. Aktuelles Beispiel dafür ist sein mittlerweile neuntes Studiowerk. Dessen warmer und sehr atmosphärischer, an die besten 70er-Produktionen von Acts wie Led Zeppelin, Free oder auch Traffic erinnernder Sound, verleiht Kompositionen wie dem hart rockenden "Slow Train", dem im Vergleich dazu eher relaxten Titellied oder dem lockeren Country-Boogie "Tennessee Plates" (ein Duett mit John Hiatt) zusätzliche Dichte. Großartig!
So langsam darf einem der Typ unheimlich werden. Kommt, gerade zweieinhalb Monate nach seiner letzten Platte „Dust Bowl“, doch schon wieder Neues vom aktuellen Bluesrock-Star Joe Bonamassa. Hier zum zweiten Mal im Supergroup-Verbund mit Sänger/Bassist Glenn Hughes (Deep Purple, Trapeze etc.), Drummer Jason Bonham (u. a. Foreigner und – als Ersatzmann für seinen seligen Vater John – bei diversen Led-Zeppelin-Reunions) sowie Keyboardwunder Derek Sherinian (Dream Theater, Yngwie Malmsteen, Alice Cooper etc.). Erneut geht es noch etwas rockiger, härter zu, als auf den zuletzt ebenfalls schon recht deftigen Soloalben des Gitarristen. Diese Richtung legen gleich die schnellen, rauen "The Ousider" und "Man in the Middle" fest. Auch im weiteren Verlauf drückt der Vierer dann das Gaspedal gern mal bis zum Anschlag durch, sorgt aber auch geschickt für Abwechslung. Etwa beim keltisch angehauchten "The Battle for Hadrian's Wall", dem grandiosen Slow-Blues "Little Secret", der Halbballade "An Ordinary Son" oder dem zunächst entspannt beginnenden, dann allerdings majestätisch anschwellenden "Faithless".
"2" ist ein exzellentes Rockalbum im coolen 70er-Sound, das eindrucksvoll illustriert, wie derzeit offenbar alles zu Gold wird, was Mr. Bonamassa anfasst.