1976 erlag der einstige Deep- Purple-, The-James-Gang- und
Zephyr-Gitarrist Tommy Bolin, im Alter von nur 25 Jahren, einer Überdosis Heroin und anderer harter Drogen. Sein ebenso einzigartiges wie inspiriertes Spiel
zwischen Hardrock, Blues und Funk hat völlig zu Recht noch heute jede Menge Fans. Zu denen zählt auch Sechs-Saiten-Kollege Warren Haynes (Allman Brothers, Gov’t Mule), der für diese Disc elf von Bolins bekanntesten Songs
eigenhändig remasterte.
Quasi als eine Art „Tribute“ haben alte Freunde und Weggefährten wie Peter Frampton oder
Glenn Hughes plus Bewunderer vom Schlage Derek Trucks und einem von Bolins Purple-Nachfolgern, Steve Morse, den Original-Aufnahmen dabei neue Gitarren- und/oder Gesangsspuren hinzugefügt. Der Gedanke allein mag so manchem Puristen erst einmal die Haare zu Berge stehen lassen. Das Ergebnis ist allerdings tatsächlich großartig.
Und das nicht nur was den exzellenten Klang angeht. Denn speziell die Nummern unter Beteiligung von Bluesrock-Superstar Joe Bonamassa ("Lotus"), Aerosmiths Brad Whitford ("Wild Dogs"), Alter-Bridge-/Slash-Sänger Myles Kennedy ("Dreamer") und natürlich Haynes ("Teaser") sprühen nur so vor Energie und
Lebendigkeit. Falls diese Platte nur einen einzigen Menschen, der bisher nicht mit Bolins Werk vertraut war, dieses entdecken lässt, dann hat sie ihre Existenz bereits mehr als gerechtfertigt.
Im März 1978 flimmerte aus Essens legendärer Grugahalle eine der bis heute
besten „Rockpalast“-Nächte über hiesige TV-Bildschirme. Mit dabei: Randy
Californias Spirit, Allman-Brothers-Band-Gitarrist Dickey Betts mit seiner Sologruppe
Great Southern und das Europa-Debüt der mit ihrem explosiven Auftritt hierzulande
gleich ihren furiosen Durchbruch feiernden US-Combo Mother’s Finest.
Mit wuchtigen und doch soul-geladenen Groovern à la „Fire“, „Give You
All the Love“ plus dem bis heute unerreichten „Baby Love“ zelebrierten sie
einen schweißtreibenden Mix aus Funk und Hardrock, der hierzulande absolut neu
war und bis in die Gegenwart faszinierend anzuschauen sowie begeisternd zu hören ist. Eine echte Sternstunde des bundesdeutschen (Musik-)Fernsehens.
Auch 25 Jahre später, beim ebenfalls auf dieser klang- und bildtechnisch remasterten DVD enthaltenen
2003er-"Rockpalast", waren die Herrschaften um Frontlady Joyce Kennedy zwar nicht mehr ganz so frisch – wen wundert’s? –
aber doch weiterhin immens engagiert und noch immer mehr als sehens- bzw. hörenswert.