Das war kaum zu erwarten, als Janosch Rathmer,
Drummer der progressiv angehauchten Instrumental-Postrocker Long Distance
Calling bekannt gab, ein neues Projekt an den Start zu bringen. Und dennoch –
zusammen mit dem Sänger/Gitarristen Nick Van Delft, Stephan Gall (Gitarre) und Robert Kahr (Bass, Orgel) – hat er hier großartigen,
schon mal recht deftigen, psychedelisch dröhnenden 70er-Retrorock zwischen den
bluesigen Black Sabbath, den groovenden Thin Lizzy und ein paar Stoner-Momenten
abgeliefert.
Als Anspieltipp dürfte allein der Opener "Diamond Shoes" locker ausreichen. Wer den kennt, der hat ein gutes Bild davon, welch cooler Stoff ihn bei den restlichen Stücken erwartet. Das grandiose, herrlich old- schooligen Patina-Charme versprühende Cover-Artwork sowie eine gefühl- und doch immens kraftvolle Coverversion des
ZZ-Top-Klassikers "Blue Jean Blues" runden das Ganze clever ab. Ein richtig geiles Debüt!
Die Band aus Manchester hat es mit ihrem progressiven Sound zwischen versponnen ruhigem Art- und dreckig dröhnenden Post-Rock bereits zu einer beachtlichen Menge von Fans auch bei uns gebracht. Eine Zahl, die dank ihres vierten Albums sicher noch steigen wird. Geben sich Oceansize hier doch – etwa bei Stücken wie dem mächtigen "Part Cardiac" oder dem ruhigen, melancholischen Pine" – deutlich gradliniger und zugänglicher als bisher. Was nicht bedeutet, dass keine ihrer sonst so typischen Frickel-Nummern dabei wären. Der psychedelisch-atmosphärische Neun-Minüter "Oscar Acceptance Speech" oder das mit teil fast schon ver- bzw. entrückt anmutenden Rhythmuswechseln ausgestattete "It’s My Tail" dürften da sicher die Top-Kandidaten sein.