Der New-Wave-Star Joe Jackson ist ein eifriger Bewunderer von Swing-Legende
Duke Ellington (1899-1974). Was ihn zu diesem privaten Tribute-Album mit Coverversionen des
brillanten Bandleaders inspirierte. Herausgekommen ist dabei eine wunderbar dynamische, mal
ätherische ("Caravan"), dann fingerschnippende ("I’m Beginning to See the
Light") und immer überraschende Disc, die alle für Neues/Anderes offene Anhänger beider Musiker begeistern dürfte.
Spannend wird das Werk speziell durch die Beteiligung unerwarteter, den sympathisch gewagten
Arrangements einiges an cleveren Kniffen gebende Gastauftritte. Die prominentesten darunter kommen von Hardrock-/Fusion-Gitarrenvirtuose Steve Vai (der war in seiner illustren Karriere schon für u. a. Whitesnake, Frank Zappa und David Lee Roth tätig), ?uestlove, Drummer und Mastermind des hippen Alternative-Hip-Hop- und Funk-Ensembles The Roots sowie Punkrock-Urvieh Iggy Pop
mit dem sich der gute Joe ein cooles Duett zum Klassiker "It Don’t Mean a Thing (If
It Ain’t Got That Swing)" liefert.
Im März 1978 flimmerte aus Essens legendärer Grugahalle eine der bis heute
besten „Rockpalast“-Nächte über hiesige TV-Bildschirme. Mit dabei: Randy
Californias Spirit, Allman-Brothers-Band-Gitarrist Dickey Betts mit seiner Sologruppe
Great Southern und das Europa-Debüt der mit ihrem explosiven Auftritt hierzulande
gleich ihren furiosen Durchbruch feiernden US-Combo Mother’s Finest.
Mit wuchtigen und doch soul-geladenen Groovern à la „Fire“, „Give You
All the Love“ plus dem bis heute unerreichten „Baby Love“ zelebrierten sie
einen schweißtreibenden Mix aus Funk und Hardrock, der hierzulande absolut neu
war und bis in die Gegenwart faszinierend anzuschauen sowie begeisternd zu hören ist. Eine echte Sternstunde des bundesdeutschen (Musik-)Fernsehens.
Auch 25 Jahre später, beim ebenfalls auf dieser klang- und bildtechnisch remasterten DVD enthaltenen
2003er-"Rockpalast", waren die Herrschaften um Frontlady Joyce Kennedy zwar nicht mehr ganz so frisch – wen wundert’s? –
aber doch weiterhin immens engagiert und noch immer mehr als sehens- bzw. hörenswert.