Das derzeit kreativste Husband-&-Wife-Team der
Rockszene. Die Tedeschi Trucks Band legt nach ihrem gigantischen 2011er-Debüt "Revelator" nun mit einem
Live-Doppeldecker nach. Einmal mehr fällt es schwer zu sagen, was mehr Spaß macht sich anzuhören:
Susan Tedeschis herrlich bluesig-rauchige Stimme oder Derek Trucks‘ (mittlerweile eher nebenher auch noch bei der Allman Brothers Band tätig) ohne
Übertreibung nur als genial zu bezeichnendes Gitarrenspiel
zwischen deftigem Psy- chedelic-
und soulig-filigranem Jazz-Rock. Wer die beiden US-Süd- staatler und ihre
aus weiteren Ausnahmekönnern zusam- mengesetzte Begleitband noch immer nicht kennt,
sollte mal in so lebendige, pulsierende Stücke wie den Titeltrack oder den
sanft beginnenden, dann quasi explodierenden Burner "Learn How to Love" reinhören.
Mehr geht wirklich nicht.
Joe Bonamassa, der momentan erfolgreichste (und ganz
offenbar fleißigste!) Bluesgitarrist der Welt geht hier – nach dem sehr guten
Zweitwerk seiner Band Black Country Communion und dem nicht weniger exzellenten
Top-10-Soloalbum „Dust Bowl“ – bereits mit der dritten CD des Jahres 2011 an
den Start.
Zusammen mit seiner stimmlich immer ein wenig
an Janis Joplin erinnernden US-Landsfrau Beth Hart liefert der New Yorker eine
dynamische Sammlung durchgehend gelungener, kraft- und gefühlvoll interpretierter, dabei
clever modernisierter Coverversionen ab.
Angenommen hat sich das Duo der Originale von
Soul-, Blues- und Jazz-Stars wie Billie Holiday („Don’t Explain“), Ray
Charles („Sinner’s Prayer“), Aretha Franklin („Ain’t No Way“), Etta James („I’d
Rather Go Blind“, „Something’s Got a Hold on Me“) aber auch – in deren
Kontext vielleicht etwas überraschend, aber dafür perfekt passend – Tom Waits („Chocolate
Jesus“) und der Newcomerin Melody Gardot („Your Heart Is as Black as
Night“).
Absoluter Höhepunkt des Albums ist allerdings das locker-relaxte Duett der beiden Ausnahmekönner
zum Delany-&-Bonnie-Klassiker „Well, Well“. Ein Hochgenuss.
Im März 1978 flimmerte aus Essens legendärer Grugahalle eine der bis heute
besten „Rockpalast“-Nächte über hiesige TV-Bildschirme. Mit dabei: Randy
Californias Spirit, Allman-Brothers-Band-Gitarrist Dickey Betts mit seiner Sologruppe
Great Southern und das Europa-Debüt der mit ihrem explosiven Auftritt hierzulande
gleich ihren furiosen Durchbruch feiernden US-Combo Mother’s Finest.
Mit wuchtigen und doch soul-geladenen Groovern à la „Fire“, „Give You
All the Love“ plus dem bis heute unerreichten „Baby Love“ zelebrierten sie
einen schweißtreibenden Mix aus Funk und Hardrock, der hierzulande absolut neu
war und bis in die Gegenwart faszinierend anzuschauen sowie begeisternd zu hören ist. Eine echte Sternstunde des bundesdeutschen (Musik-)Fernsehens.
Auch 25 Jahre später, beim ebenfalls auf dieser klang- und bildtechnisch remasterten DVD enthaltenen
2003er-"Rockpalast", waren die Herrschaften um Frontlady Joyce Kennedy zwar nicht mehr ganz so frisch – wen wundert’s? –
aber doch weiterhin immens engagiert und noch immer mehr als sehens- bzw. hörenswert.